Auf dem Weg zum „Nullenergiehaus“

Die neue Energieeinsparverordnung 2012 setzt einen weiteren Meilenstein beim Energiesparen.

In spätestens zehn Jahren dürfen Neubauten in der Europäischen Union nur noch etwa so viel Energie verbrauchen, wie sie selbst erzeugen – zum Beispiel durch Solaranlagen oder Blockheizkraftwerke mit Kraftwärmekopplung. Und nach den Plänen der Bundesregierung soll der Energieverbrauch fürs Heizen und warmes Wasser im gleichen Zeitraum um mindestens 20 Prozent gesenkt werden. Das Ziel: Bis 2050 könnten alle Häuser in Deutschland und Europa dem Niedrigenergiestandard entsprechen.

Was bringt die EnEV 2012?
Nach der geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) verbrauchen Niedrigenergiehäuser nicht mehr als 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Mit der neuen Verordnung, die voraussichtlich 2013 in Kraft tritt, soll dieser Wert noch einmal um 30 Prozent gesenkt werden. Viele Hauseigentümer fragen sich, was die Neuerungen der EnEV 2012 für sie bedeuten und welche Vorschriften sie künftig zusätzlich beachten müssen. Hier die wichtigsten Punkte:

Neue Standards für Bauteile
Die neue EnEV wird die Mindeststandards für energieeffiziente Bauteile und Gebäudetechnik weiter konkretisieren. Das bedeutet: Wer neu baut oder modernisiert, muss dies grundsätzlich nach dem Stand der Technik tun. Der Einbau von Heiz- oder Kühlanlagen, die mehr Energie verbrauchen, als dies nötig wäre, ist tabu. Das gilt besonders für den Fall, dass ein neues Bauteil weniger effizient ist als das bisher genutzte.

Der Energieausweis wird wichtiger
Der Gebäudeenergieausweis dient der Information für Mieter, Pächter und Käufer von Immobilien - und natürlich für den Eigentümer selbst. Die Vorlage ist zwar bereits verpflichtend, aber nur für den Fall, dass jemand den Energieausweis auch einsehen möchte. Künftig müssen Eigentümer den Energieausweis bei Kauf- oder Mietverhandlungen automatisch vorlegen. Wichtige Angaben über den Energieverbrauch des Hauses oder der Eigentumswohnung sollen auch Bestandteil von Angeboten in Zeitungsanzeigen oder im Internet werden.

Ein Heizungsaustausch lohnt sich
Um die steigenden Anforderungen an mehr Energieeffizienz zu erfüllen und damit in den Genuss von öffentlichen Fördermitteln zu kommen, sollten Hausbesitzer klug rechnen. Eine Studie der Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) zeigt, dass eine Erdgas-Brennwertheizung der derzeit günstigste Weg zur Energieeinsparung ist. Auf Platz zwei der „Hitliste“ für eine energetische Gebäudeverbesserung stehen Pelletheizungen. Grundsätzlich ist die Erneuerung des Heizkessels in Verbindung mit gedämmten Heißwasserleitungen, geeigneten Ventilen und einer effizienten Umwälzpumpe eine Investition, die sich rasch in barer Münze auszahlt. Nur wer rechtzeitig handelt, kann angesichts steigender Energiepreise und beim Werterhalt seiner Immobilie Schritt halten. Betreiber von Heizungen, die bereits vor 1978 in Betrieb genommen wurden, müssen sofort handeln. Sonst droht nach der bereits geltenden EnEV ein Bußgeld.

Fahrplan in die Zukunft
Mit der EnEV 2012 werden zahlreiche Vorgaben umgesetzt, die das Europäische Parlament bereits 2010 in einer wegweisenden Gebäuderichtlinie gemacht hat. Demnach müssen die entsprechenden nationalen Verordnungen und Gesetze in allen EU-Staaten spätestens bis 9.Juli 2012 veröffentlicht werden. Sechs Monate später, spätestens also am 9. Januar 2013, erhalten die neuen Vorschriften Gültigkeit. Die SHK-Fachbetriebe stehen Hauseigentümern mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um die Einhaltung der neuen Vorschriften und Fragen rund um den Energieverbrauch ihres Hauses geht. Adressen gibt es hier