Keine Angst vorm „schwarzen Mann“
SHK-Fachbetriebe übernehmen künftig Aufgaben, die bisher vom Schornsteinfeger erledigt wurden – und umgekehrt.
Er ist traditionell der Glücksbringer zur Jahreswende und wer ihm zufällig auf der Straße begegnet, der betrachtet dies als gutes Omen: der Schornsteinfeger.
Künftig wird an seiner Stelle öfter auch ein SHK-Profi ans Werk gehen. Etwa wenn es um die Wartung von Schornsteinen oder um die Durchführung wichtiger Mess- und Prüfverfahren geht. Denn nach dem Willen der EU soll der Berufsstand des „schwarzen Mannes“ künftig europaweit liberalisiert werden.
Was bedeutet das für den Hauseigentümer?
Tätigkeiten werden neu verteilt Neben ihren gebührenpflichtigen Kernaufgaben dürfen Schornsteinfeger schon heute bestimmte Tätigkeiten auf eigene Rechnung ausüben, die nicht direkt zu ihrem Berufsfeld gehören. Dazu zählt etwa die Beratung von Hauseigentümern bei Energiefragen. Während Schornsteinfeger also zunehmend die Grenzen Europas und die ihrer eigentlichen Aufgaben überschreiten, sehen die Gesetze und Verordnungen auch wichtige neue Tätigkeitsfelder für SHK-Installateure oder Heizungsbauer vor.
SHK-Fachbetriebe werden dann in die Lage versetzt, Emissionsmessungen, Sicherheitsprüfungen oder Kehrtätigkeiten an Feuerungs- und Lüftungsanlagen durchzuführen. Stichtag für die vollständige Umsetzung aller neuen Regelungen ist der 1.Januar 2013. Interessenkonflikte vermeiden
Viele Details sind derzeit noch nicht geklärt und teilweise Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen. Komplizierte Regelungen sollen verhindern, dass es zu unerlaubten Interessenskollisionen kommt: So darf etwa ein Bezirksschornsteinfeger keine Heizanlage genehmigen, an deren Lieferung oder Einbau er direkt oder indirekt beteiligt war.
Alles aus einer Hand
Ob der 1.1.2013 also ein Glückstag für Hausbesitzer, Schornsteinfeger und die SHK-Branche wird, muss sich erst noch erweisen. In der Praxis macht es sicher Sinn, wenn der SHK-Profi nach einer von ihm durchgeführten Schadstoffmessung direkt die notwendigen Nachbesserungen an der Heizanlage vornimmt. Die neue „Personalunion“ bei derlei Aufgaben spart also – richtig genutzt – in Zukunft Zeit und Geld.





