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SHK-Kundenzeitschrift WWL 2011-2012 Seite27
Berufsbilder. Mit einer Lehre im SHK-Handwerk ergreifen junge Schulabgänger einen vielfältigen Beruf mit Zukunft. Vier verschiedene Ausbildungen stehen zur Auswahl - in allen sind die Chancen für eine Anstellung bestens.

Von nichts kommt nichts – davon ist Marc Schmitz überzeugt. „Wer gute Nachwuchskräfte in seinem Betrieb haben will, der muss sich dafür engagieren“, sagt der Inhaber eines SHK-Handwerksunternehmens in Köln. Schmitz sieht sich den Auszubildenden gegenüber in der Pflicht. Die Berufschule und die Lehre im Betrieb sind für ihn nur zwei von drei Bausteinen zur Qualifizierung des Nachwuchses. Seine acht Azubis bekommen regelmäßig freitags innerbetrieblichen Extraunterricht. Die Palette der Themen ist dabei bunt: Mal lernen die jungen Menschen alternative Energiequellen wie Wärmepumpen und Solartechnik kennen. An einem anderen Tag trainieren sie das Verhalten gegenüber dem Kunden, um sich richtig vorzustellen, klar und freundlich zu kommunizieren und verständliche Arbeitsprotokolle zu schreiben. „Wir nennen das Handwerker-Knigge“, so Schmitz.

Beste Berufschancen

Je mehr der Meister aus Köln in die Qualifizierung des Nachwuchses investiert, desto mehr profitiert er selbst langfristig von seinem Engagement. „Wer gut ausgebildet ist, der ist für mich schneller und flexibler einsetzbar. Das spart viel Zeit und Geld“, sagt Schmitz. Die individuelle Förderung verschafft ihm zudem einen Wettbewerbsvorteil: In seinem 39-köpfigen Betrieb herrschen noch keine Nachwuchsprobleme. Viele andere SHK-Innungsfachbetriebe müssen dagegen schon verstärkt um Schulabgänger werben. „Die Jobchancen sind im Moment so gut wie seit vielen Jahren nicht. Wegen der geringen Zahl an Schulabgängern sucht fast jeder Betrieb Lehrlinge, um mittel- und langfristig seinen Fachkräftebedarf zu sichern“, sagt Friedrich Göbel, Berufsbildungsreferent vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima.

In diesem Jahr bietet das SHK-Handwerk 10 000 bis 11 000 jungen Menschen eine Anstellung mit bester Zukunftsperspektive. Der Auftragsbestand ist zurzeit sehr hoch und die Aussichten für die kommenden Jahre sind mehr als vielversprechend: Ein wichtiges Thema ist der umweltschonende Energieeinsatz. Die SHK-Handwerker liefern dazu maßgeschneiderte Lösungen. Zudem stehen etliche neue Techniken vor der Markteinführung und die älter werdende Bevölkerung verlangt nach immer mehr barrierefreien Bädern. Wer eine Ausbildung im SHK-Handwerk beginnt, braucht sich also um seine Zukunft nicht zu sorgen“, sagt Göbel. Die Voraussetzungen, die junge Bewerber neben einem Schulabschluss für eine Lehre mitbringen müssen, sind gar nicht so hoch. Meister Schmitz will sich vor allem auf seine Mitarbeiter verlassen können. So schaut er beim Blick auf das Schulzeugnis nicht zuerst die Noten, sondern die Fehlstunden an. „Stehen hier unentschuldigte Zeiten drauf, geht die Bewerbung direkt zurück“, sagt er. Zudem achtet Schmitz auf vollständige Mappen, die neben dem Zeugnis Anschreiben, Lebenslauf und Foto enthalten. Wer schon ein Praktikum im Handwerksbetrieb absolviert hat, sollte darüber ein Zeugnis beilegen. Das steigert die Chancen auf einen Ausbildungsplatz enorm: „Diese Beurteilung lese ich sehr genau, denn sie sagt schon einiges über das Verhalten, die Motivation und das Talent eines jungen Menschen aus.“

Der Charakter muss stimmen

Im Vorstellungsgespräch will er dann den Menschen hinter der Mappe persönlich kennenlernen. „Der Charakter muss einfach stimmen“, erklärt Schmitz. Die wichtigsten Eigenschaften sind Durchhaltevermögen, Gründlichkeit, der Spaß an moderner Technik und die Fähigkeit zu Teamarbeit. „Diejenigen, die einen soliden Hauptschulabschluss vorzeigen können, haben eine reelle Chance auf einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz, wenn sie fleißig, pünktlich und lernwillig sind“, sagt Göbel. Aber auch Realschülern und Abiturienten bietet die anspruchsvolle Ausbildung viele Chancen und Karrieremöglichkeiten. Das SHK-Handwerk ist übrigens schon lange keine reine Männerdomäne mehr. Das zeigt sich in Marc Schmitz’ Betrieb: Zwei der acht Azubis zum Anlagenmechaniker SHK sind Frauen. Schließlich haben sich die Anforderungen an die Auszubildenden im Laufe der Jahre gewandelt. „Früher mussten wir noch 200 Kilogramm schwere Kesselanlagen tragen. Heute verbringen wir die meiste Zeit mit Wartungsservice und filigraner Regelungstechnik. Das können Männer und Frauen gleich gut leisten“, erklärt Schmitz. Wer mit seinen Händen etwas schaffen und abends sehen will, was er geleistet hat, der ist im SHK-Betrieb genau richtig.

Mehr Informationen und Videos zu den einzelnen Berufen im Internet: undefinedwww.deineausbildung.de