Corona-Krise: Wartung der Haustechnik nicht verschieben

In Zeiten von Ausgangssperre und Quarantäne, in denen es vor allem auf Hygiene ankommt, ist eine defekte Haustechnik besonders belastend.

Wenn Handwerker die empfohlenen Hygieneregeln einhalten, gibt es kaum Gründe, die geplante Heizungssanierung oder turnusmäßige Wartungsarbeiten abzusagen oder zu verschieben. Foto: ZVSHK

Wenn die Heizung ausfällt, aus der Dusche nur noch kaltes Wasser kommt oder die Toilette nicht mehr funktioniert, ist die Wohnqualität schon in normalen Zeiten erheblich eingeschränkt. In Zeiten von Ausgangssperre und Quarantäne, in denen es vor allem auf Hygiene ankommt, ist eine defekte Haustechnik besonders belastend. Tatsächlich gibt es kaum einen ungünstigeren Moment für den Ausfall wichtiger Komponenten als eine Quarantänesituation in der Corona-Krise. Betroffene können dann zwar einen SHK-Fachbetrieb anrufen, sind aber verpflichtet, auf die Quarantäne hinzuweisen. Der Fachbetrieb muss sich mit den Gesundheitsbehörden abstimmen und Freiwillige finden, die in Schutzanzügen das Problem beheben. Ob der Auftrag angenommen wird, bleibt dem Gesundheitsamt und dem Betrieb überlassen. Eigenheimbesitzer sind allein schon auf Grundlage derartiger Überlegungen gut beraten, die turnusmäßige Wartung nicht zu verschieben und bekannte Problemstellen möglichst zeitnah beseitigen zu lassen. Das Risiko, durch die SHK-Handwerker mit dem Corona-Virus in Kontakt zu kommen, ist gering. Alle Mitarbeiter sind über die Hygiene- und Abstandsregeln umfassend informiert und halten diese ein – nicht zuletzt schon zum Selbstschutz. Wer zeitnah seine Haustechnik überprüfen und warten lassen möchte, findet die Adressen qualifizierter Fachbetriebe in der Handwerkersuche.

Die Förderungen laufen weiter

Das Jahr begann mit einem Paukenschlag für die Eigenheimbesitzer: Die Bundesregierung hat zur Förderung regenerativer Heizsysteme ein gewaltiges Finanzierungsprogramm ins Leben gerufen. Bis zu 45 Prozent der Kosten übernimmt der Staat, wenn beispielsweise eine ältere Ölheizung gegen ein modernes System auf Basis erneuerbarer Energien ausgetauscht wird. Die Nachfrage ist enorm: bis Ende März wurden laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi 47.500 Förderanträge gestellt. Dies entspricht einer Steigerung von über 150 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insbesondere die neu eingeführte Austauschprämie für Ölheizungen wird stark nachgefragt und bei fast der Hälfte der gestellten Anträge beantragt:

Mit dem Beginn der Corona-Krise brach die Nachfrage ein. Viele Eigenheimbesitzer haben aktuell Angst vor Ansteckung. Das ist verständlich, aber in der Regel unbegründet. Beim Austausch sollte nicht gezögert werden, denn spätestens im nächsten Winter könnte es sonst unnötig teuer werden. Zudem laufen die Förderprogramme weiter und wer jetzt die Chance hat, vor der nächsten Kälteperiode mit staatlichen Hilfsmitteln deutlich umweltschonender zu heizen, sollte die Gelegenheit nutzen.

Da Heizsysteme in der Regel nicht in den Wohnräumen installiert werden, lassen sich direkte Kontakte mit den Hausbewohnern bei der Montage weitgehend vermeiden. Zudem halten die Fachhandwerker die Abstands- und Hygieneregeln streng ein und sind selbst sehr daran interessiert, sich nicht anzustecken. Wer prinzipiell seine Heizung austauschen möchte, aber noch keinen konkreten Plan hat, kann die Zeit der coronabedingten Isolation nutzen, um sich zu informieren. Hier finden Sie die Adressen qualifizierter Fachbetriebe, die auch gern und kompetent am Telefon beraten.

Das Handwerk in der Corona-Krise?

Fragen an den SHK-Experten

Die weltweite Pandemie verändert auch die Arbeitswelt. Home-Office oder Kurzarbeit sind für viele zum Alltag geworden. Wie sieht es mit dem Handwerk aus? Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf Fachbetriebe und ihre Kunden? Einige Fragen an Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), dem bundesweit 24.000 Innungsbetriebe mit 215.000 Beschäftigen angeschlossen sind.

Kann ich heute unbesorgt Handwerker ins Haus lassen?

Die Angst, durch Handwerker mit dem Virus in Kontakt zu kommen, ist verständlich – aber in der Regel unbegründet. Unsere Innungsbetriebe achten streng auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen. Sie sind übrigens selbst sehr daran interessiert, dass sich niemand ansteckt.

Aber ohne Kundenkontakt geht es doch nicht, oder?

Der persönliche Kontakt lässt sich stark einschränken, ohne das Ergebnis unserer Arbeit zu gefährden. Es wird im Vorfeld viel telefonisch abgeklärt. Bei Modernisierungsmaßnahmen wie dem Austausch der Heizung oder einer Badsanierung reduzieren die Monteure den Kontakt mit den Hausbewohnern auf ein Minimum. Sie sind über die Hygiene- und Abstandsregeln umfassend informiert, tragen Handschuhe und Mundschutz, halten den Sicherheitsabstand ein und können einen eventuell vorhandenen Nebeneingang nutzen.

Leiden die SHK-Betriebe unter Auftragsrückgängen?

Natürlich kommt es zu Verschiebungen. Wir raten jedem, der sein Bad sanieren oder seine Heizung in diesem Jahr austauschen wollte, an seinem Plan festzuhalten. Davon profitiert nicht nur der Kunde selbst, weil er Fördergeld bekommen kann, sondern er unterstützt auch das Handwerk vor Ort. Aktuell sind die Wartezeiten kürzer als zum Jahresanfang – gute Chancen also, um mit einer neuen Heizung in die nächste Wintersaison zu starten und Heizkosten zu sparen.

Viele glauben, dass das Corona-Virus unser Zusammenleben verändern wird. Wie sehen Sie das?

Es gibt ein neues Bewusstsein für die Helden des Alltags. Krankenschwestern, Verkäufer und Lkw-Fahrer sind nur einige von vielen, die derzeit den Lebensalltag sichern. Dazu gehören auch die Handwerker aus den SHK-Fachbetrieben. Trinkwasser, Hygiene, Wärme und Energie sind lebenswichtig für ein funktionierendes Gemeinwesen. Die Bundesregierung zählt unsere Fachbetriebe zur kritischen Infrastruktur – das ist eine große Verantwortung, der wir jeden Tag gerecht werden. Und das fühlt sich gut an.

Schutz ist wichtig und möglich

Handwerker im Corona-Einsatz

Nicht jeder kann während der Corona-Pandemie ins Home-Office wechseln. Handwerkerinnen und Handwerker beispielsweise müssen bei ihren Kunden weiter dafür sorgen, dass alles funktioniert. Das ist vor allem in der systemrelevanten Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik wichtig. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung gibt klare Empfehlungen, um das Ansteckungsrisiko für Kunden und Handwerker gering zu halten. Dazu Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK): „Wir empfehlen unseren Innungsbetrieben, die Hygienevorschriften akribisch einzuhalten. Wenn alle verantwortlich handeln, müssen anstehende Wartungs- und Sanierungsarbeiten nicht verschoben werden.“

Hier die wichtigsten Punkte, mit denen Handwerksbetriebe die Ansteckungsgefahr für Mitarbeiter und Kunden minimieren:

  • Betriebe klären vor dem Termin, ob sich jemand in angeordneter häuslicher Isolierung befindet. Ein Arbeitseinsatz ist dann nur in Notfällen und in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt in Schutzkleidung möglich.
  • Handwerker mit Atemwegsinfektionen oder Fieber bleiben der Arbeit fern.
  • Grundlegende Hygieneregeln werden angeordnet und eingehalten: 1,5 m Abstand, kein Handschlag, Husten/Niesen in die Armbeuge, regelmäßige Händereinigung, Berühren des Gesichts vermeiden, etc.
  • Bei der Anfahrt zum Kunden sind möglichst wenige Personen in einem Fahrzeug. Im Idealfall finden Einzelanfahrten statt – notfalls im Privat-Pkw.
  • Direkte Kundenkontakte auf ein Mindestmaß reduzieren, dabei immer ausreichend Abstand halten.
  • In kleinen Räumen, die regelmäßig gelüftet werden sollten, arbeitet in der Regel nur eine Person.
  • Hände regelmäßig gründlich mit Flüssigseife reinigen. Saubere Papierhandtücher verwenden.
  • Handdesinfektionsmittel nutzen, falls es keine Waschmöglichkeit gibt.

Wer eine geförderte Heizungssanierung plant oder seine Haustechnik warten lassen möchte, sollte sich mit dem Fachbetrieb vor Ort über die Hygienemaßnahmen im Rahmen der Arbeiten austauschen. Ansprechpartner finden sich unter in der Handwerkersuche.